UNESCO Weltkulturerbe Wikingerstätten

Die Wikingerstätten in Island, Dänemark, Schweden und Deutschland bilden gewissermaßen eine Einheit. In Schleswig-Holstein betrifft dies die Siedlung Haithabu und die Wallanlagen des Danewerks bei Schleswig. Diese Anlagen markieren die Südgrenze der Wikingerwelt. In den Jahren von 800 bis 1200 nach Christus prägten die Wikinger den skandinavischen und nordatlantischen Raum. Dadurch gibt es auch heute noch zahlreiche archäologische Denkmäler, wie Runensteine und Grabhügel. Die zuvor genannten Länder haben explizit beim gesamten Vorhaben die Wikingerstätten als gemeinsames UNESCO Weltkulturerbe anerkennen zu lassen zusammen gearbeitet.

Den ersten Hinweis auf die Siedlung Haithabu gab ein Runenstein, der bei Busdorf bei Schleswig gefunden wurde. Dadurch wurde der Ort am westlichen Ufer des Haddebyer Noors identifiziert. Die Ausgrabungen begannen um 1900, wobei nicht zu erahnen war, dass Haithabu einer der größten der archäologischen Fundstellen dieses Raumes werden würde. Die Archäologen fanden hier günstige Voraussetzungen für die Ausgrabungen, da das Gelände nicht bebaut ist. Man entdeckte hölzerne Siedlungsstrukturen, alte Hafenanlagen sowie Häuser und Wege und auch zahlreiche Handelsgüter wurden bei den Ausgrabungen geborgen. Unter anderem fand man beispielsweise Münzen aus arabischem Silber oder mit dänischen Prägungen. Schmuckstücke aus Silber und Gold beweisen auch heute noch die Meisterleistungen skandinavischer Edelmetallschmiede.

Durch die Entdeckung Haithabus können heute weitreichende Erkenntnisse gesammelt werden, die auch über den Schiffsbau der Wikingerzeit berichten. Ein Schiff mit fast 30 Meter Länge, welches im 10. Jahrhundert erbaut worden war, konnte 1979 im Hafen gehoben werde. Es ist heute der Mittelpunkt der Ausstellung im Wikingermuseum. Die Wallanlagen des Danewerks liegen in der Schleswiger Landenge. Mit dieser Befestigungsanlage wurde einst die Seehandelsroute zwischen Nord und Ost kontrolliert. Historische Quellen belegen, dass das Danewerk bereits 808 nach Christus existiert haben muss. Im Mittelalter und während des 30- jährigen Krieges war das Danewerk nicht mehr genutzt worden. Eine Reaktivierung erfolgte erst im Krieg zwischen Dänemark und Deutschem Bund, um die Herzogtümer Holstein und Schleswig. 1861 bis 1864 ist die sogenannte „Danewerk-Stellung“ entstanden, die im Kern aus 27 Schanzen bestand.

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